Leistungsphase EX500 mit neuem Lader R1900-TVS

Beitrag vom 20.06.2017

Leistungsphase EX500 für Exige S V6 und Sport 350

 

Leistungssteigerung bei aufgeladenen Motoren ist eigentlich

ganz einfach: Man erhöht den Ladedruck so lange, bis die

gewünschte Leistung erreicht ist und hofft, dass der Motor die massiv

gewachsene mechanische und thermische Belastung schon irgendwie

aushalten wird. Und, falls er mit einem kapitalen Motorschaden reagiert,

hat der Kunde eben Pech gehabt. Das ist die simple Methode.

 

Wir haben uns für die intelligente Methode entschieden:

500 PS und 530 Nm sollten mit einem möglichst geringen Ladedruck

und damit der geringstmöglichen zusätzlichen Belastung aller Triebwerkskomponenten

erreicht werden. Der zugehörige Entwicklungsprozess

hat uns dabei über viele Monate beschäftigt. Nach umfangreichen

Berechnungen, CFD- Strömungssimulationen, der Konstruktion

zahlreicher Prototypen und unzähliger Stunden auf dem Prüfstand

haben wir jetzt unser Entwicklungsziel erreicht.

 

EX500

 

500 PS mit einem maximalen Ladedruck von knapp über

0,8 bar, einem überschaubaren Aufwand an innermotorischen

Maßnahmen und einem standfesten Triebwerk.

 

Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit war die Optimierung der Luftführung

im kompletten Einströmtrakt, beginnend mit dem Luftfilter und

dessen Gehäuse, über den Luftmassenmesser, und die Drosselklappe

bis hin zum Ansauggehäuse zwischen Lader und Einlasskanälen.

 

Dieses Ansauggehäuse muss einen hocheffizienten Ladeluftkühler

aufnehmen, gleichzeitig aber der einströmenden Luft einen möglichst

geringen Widerstand entgegensetzen und für eine gleichmäßige

Verteilung der Strömung auf alle 6 Zylinder sorgen. Falls der Ladedruck

auf die einzelnen Zylinder ungleichmäßig verteilt ist, wird der

Zylinder mit der größten einströmenden Luftmasse auch thermisch am

höchsten belastet. Die fatalen Folgen sind zerstörte Kolben und

Ventile.

 

Die Erkenntnisse der CFD- Analyse brachten nach zahlreichen

Versuchen den gewünschten Erfolg einer gleichmäßigen

Verteilung der Strömung. Messungen von Druck und Temperatur

der Strömung in den einzelnen Ansaugkanälen bestätigten auf dem

Prüfstand das positive Ergebnis.

 

Bei der Betrachtung der Gesamteffiziens eines aufgeladenen Motors

darf der Wirkungsgrad des Laders nicht vergessen werden. Im

Bereich seines höchsten Wirkungsgrads benötigt der „Eaton“ Lader

eine Antriebsleistung von etwa 60 PS.

Muss man diesen Bereich verlassen, um über eine angehobene

Laderdrehzahl einen höheren Ladedruck zu generieren, kann die

Antriebsleistung des Laders schnell um 10 PS ansteigen.

 

TVS Map

 

Im Laufe unserer Entwicklungsarbeit haben wir Leistungen bis zu

550 PS und 560 Nm gemessen, dabei aber auch grenzwertige

Triebwerkbelastungen ermittelt.

 

500 PS scheinen also eine „gesunde“ Basis zu sein,

die aber Raum für künftige Herausforderungen

bietet.

 

EX500 (1)

 

EX500-Leistungskit

Wesentliche Vorteile:

  • Reduzierung der Ansauglufttemperatur (gekühlt/ungekühlt) von ca. 35°C
  • Ladedruckverlust durch Kühlernetz 0,01 bar bei 0,8 bar Ladedruck
  • nur ein geringes Mehrgewicht (ca. 7,8 kg incl. Wärmetauscher – ohne Wasser)
  • erheblich mehr Drehmoment ( 130 Nm) und Leistung ( 150 PS) zum Serienfahrzeug

Leistungphase EX500 bestehend aus:

  • KT500 Carbon Airbox System mit K&N Sport-Luftfilter
  • neuer Harrop TVS1900-Kompressor
  • Schmiedekolben
  • Schmiedepleul
  • geänderte Riemenscheibe
  • Edelstahl-Fächerkrümmer mit optimierten Rohrlängen
  • 200-Zellen-Sportkatalysator HJS (Hauptkat)
  • Lambdasonden-Kabelverlängerung
  • Optimierung des Serien-Steuergerätes EX500
  • (Zünd-, Einspritzkennfelder und Nockenwellenphasenverstellung)
  • EX500 Decalset

EX500 Wasser-Luft-Ladeluftkühlsystem bestehend aus:

  • Wärmetauscher Kühler in Fahrzeugfront
  • elektrische Wasserpumpe
  • Aluminium Wassertank für Ladeluftkühler
  • komplettes Alu-Saugrohr mit integriertem Ladeluftkühlernetz
  • und Einspritzleiste, schwarz eloxiert, überarbeitet für Harrop TVS1900-Lader
  • Wasserschläuche

Lotus Exige, Tech talk